Feuerbohne/Prunkbohne/Käferbohne

Käferbohne
Foto: Steffi Pelz - Pixelio.de

Hallo lieber ernährungs-interessierter Mensch, heute möchte ich dir eine Tolle Pflanze bzw. deren Früchte vorstellen: die Feuerbohne. 

 

Eigentlich wollte ich im Frühjahr ja normale grüne Bohnen/ Fisolen in meinem Garten pflanzen. Doch leider hatte ich in dem Moment keine mehr bekommen, also habe ich zur Prunkbohne gegriffen. Ohne zu wissen, was mich da genau erwarten wird... Und ich muss sagen, ich bin positiv überrascht =)

 

Feuerbohnen sind auch unter den Bezeichnungen: Prunkbohne, Blumenbohne, Schminkbohne, Türkische Bohne, Arabische Bohne oder griechische Gigantes bekannt. Von diesen Bohnen gibt es nochmals unzählige unterschiedliche Sorten und Arten, die sich alle in Form, Größe und Farbe ihrer Früchte unterscheiden. 

 

Da ich bislang noch keinerlei Erfahrung mit dem Bohnenanbau gemacht habe, waren diese Erkenntnisse bereits sehr interessant für mich. Um so mehr erfreut war ich jetzt im Herbst, als ich von der Sorte "Lady Di" die steirischen Käferbohnen ernten konnte =) 

 

Zudem ist diese Bohnensorte mit ihren feuerroten Blüten durchaus ein Schmuckstück für den Garten. Daher wird sie wohl auch gerne als Sichtschutz eingepflanzt. 

 

Es gibt 2 Möglichkeiten, die Bohnen zu ernten:

  1. wenn du die Hülsen essen möchtest, solltest du immer die jungen Bohnen ernten;         die Kerne sollten sich durch die Hülse noch nicht abzeichnen
  2. wenn du die Kerne ernten möchtest, so sollten die Hülsen bis in den späten Herbst hängen bleiben, damit die Früchte voll ausreifen können

Variante 1

Durch das ständige Nachpflücken wird die Pflanze zur vermehrten Produktion neuer Hülsen angeregt. Dadurch wird auch die Ernte insgesamt ertragreicher. Die "Lady Di" kann dabei ab etwa 5cm Länge (bis ca. 15cm) geerntet werden. Die Enden werden dann abgeschnitten und es ist darauf zu achten, dass die Hülsen auch wirklich keine Fäden haben (die wären so ähnlich wie bei Erbsenschoten - nur eben fester). Gegebenenfalls sind diese Fäden abzuziehen, beim Essen würden die nämlich kein gutes Mundgefühl erzeugen. Aber eigentlich sollte das bei dieser Sorte kein Problem bereiten. Du kannst diese Hülsen dann halbieren oder in 2-3 cm lange Stücke (je nach Größe der Hülsen) schneiden und genau so wie Schnittbohnen zubereiten.

 

Käferbohne
© Manuela Rösner

Variante 2

Möchtest du nun die original steirischen Käferbohnen ernten, so musst du die Hülsen an der Pflanze ausreifen - ja regelrecht vertrocknen - lassen. Dadurch ist die Ernte nicht so ertragreich und gegen Ende hin sieht das auch nicht mehr sehr ansehnlich aus. Denn die Hülsen müssen dann wirklich sehr hell werden, fast schon gelb - braun, bis du die Bohnen ernten kannst. Die Pflanze sieht dann auch dementsprechend aus... ABER das Ergebnis ist sehr erfreulich - zumahl ich persönlich Bohnen bislang nur in getrockneter Form verwendet habe. 

 

Die Bohnen werden dann aufgemacht und die Kerne herausgepuhlt. Diese kann man dann direkt frisch verwenden. Ich persönlich habe sie noch eingeweicht, da Hülsenfrüchte ja generell Phytinsäure enthalten. (Weshalb es so wichtig ist, diese Phytinsäure zu neutralisieren, liest du in diesem Artikel)

Da sie frisch waren, habe ich sie allerdings gerade mal eine Stunde im Wasser gelassen und danach wie getrocknete Bohnen auch verwendet. Wobei sie nicht mehr so lange kochen mussten, bis sie gar waren (etwa 1/2 Stunde).  

 

Wenn du nun die Früchte trocknen möchtest, solltest du die ganzen Hülsen nach der Ernte ausbreiten und an einem warmen, trockenen Ort noch für mindestens 2 Wochen nachtrocknen lassen, ehe du sie aus der Hülse holst. Diese sind dann wie getrocknete Bohnen zu handhaben. Getrocknete Käferbohnen über Nacht einweichen, die Kochzeit beträgt etwa 1,5 Stunden. (Mehr wissenswertes zum Thema Hülsenfrüchte, sowie deren Verwendung, findest du in diesem Beitrag)

 

Die getrockneten Bohnen können dann angeblich im darauffolgenden Jahr wieder als Saatbohnen verwendet werden. 

 

 

Achtung:

  • Bohnen sind im allgemeinen immer gekocht zu verzehren! Denn im rohen Zustand enthalten sie Phasein, ein Gift, welches bereits in kleineren Mengen schwere Vergiftungserscheinungen hervorruft. Durch das Kochen wird dieses Gift zerstört,    so dass gekochte Bohnen ohne Bedenken verzehrt werden.

 

Vielleicht erfreust du dich im kommenden Frühjahr nun auch einfach einmal an dieser hübschen, ertragreichen Pflanze, die relativ anspruchslos und einfach zu handhaben ist. 

Ich bin schon gespannt und freue mich auf deine Erfahrungen und Berichte! 

 

Alles Gute derweil und liebe Grüße, 

deine Manuela

Kommentar schreiben

Kommentare: 0